Überführt

 

„Hier hätte ich mich auch aufgehängt“, sagt der Hausmeister mit der Hand vor dem Mund.

Ein Gestank, bestialisch.

Und dort hing er, direkt über einem Berg ungewaschener Wäsche und einer verdreckten Toilette. Müll und Exkremente überall.

Ich gestehe ein, dass auch ich um die Wiedervermietung der Wohnung besorgt wäre und beschließe, meine Untersuchungen schneller abzuschließen als geplant.

Auf dem Couchtisch ein Aschenbecher, der über die Ränder quillt.

Der ganze Tisch voller Asche. Zigarettenfilter. Ein weiterer Aschenbecher auf der Kommode. Übervoll. Einer auf dem noch laufenden Fernseher. Dort erklärt ein Mann im Werbekanal die Funktionsweise eines Handstaubsaugers. Lachende Gesichter. Saubere Teppiche.

Und hier? Asche überall. Asche auf den Stühlen, auf dem Fußboden, sogar in den leeren Flaschen, die überall herumstehen. Bierflaschen neben der Couch. Weinfalschen unter dem Tisch. Flaschen überall. In den Flur hinein und wieder hinaus, bis zur Küchentüre.

Und dazwischen, ein sauberes Glas mit rotem Lippenstift. Wie Blutstropfen auf einem funkelnden Diamant.

Damenbesuch.

„Werden sie die Wohnung räumen lassen?“, fragt der Hausmeister.

„Nein“, sage ich.

Dort, ganz oben in der Pyramide aus Zigarettenkippen steckt eine letzte Zigarette.

Menthol. Überlang.

„Dies war kein Selbstmord“

…

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