Schwester Monika

„Wie mich Schwester Monika in die okkulten Praktiken des Oralverkehrs einführte.“

Unter diesem Motto veranstaltest du heimlich deinen Vortragsabend im großen Speisesaal.

„Bildgewaltige Mediaschau und Fencheltee inklusive“, prahlst du hinter vorgehaltener Hand um möglichst viele Mitpatienten für deine Veranstaltung zu gewinnen.

„Eine Enthüllungsstory mit Brisanz“, versprichst du.

Die Resonanz hält sich jedoch trotz des verheißungsvollen Titels und intensiver Werbung in Grenzen. Nur dein Zimmernachbar aus der 28 und der Sabbernde Walter sind erschienen.

„Eins, zwei, drei. Test“, hauchst du in das Mikrofon, das eigentlich nur donnerstags verwendet wird. Donnerstag ist Bingo-Tag.

„Check, Check“, rufst du so laut, dass es aus den Lautsprechern piept.

„Wohl an“, sagst du, legst das Mikrofon zur Seite und ziehst blank.

Leider hat Schwester Monika gerade heute Nachtdienst, und ist mit dem Vortrag nicht so recht einverstanden.

Der Abend lehrt dich, dass man Rückstände von Pfefferspray besser mit warmen als mit kaltem Wasser aus den Augen spült.

(aus:  Absinthklinik, Kurzgeschichte)

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